Deine Worte (für M.)

Gestrandet fern von mir,
erwacht in einem Traum,
fand ich am Ende nur zu dir
denn andres fand ich kaum.

Auch wenn ich vieles sah,
so war es immer fern,
nichts war mir so nah,
nichts hatt' ich so gern

wie dich, dich kann ich spüren
wie eine zweite Haut,
lasse mich verführen
bis der Morgen graut.

Dann werde ich erwachen
und flieh'n aus deinem Bann,
- werd' alles dafür machen -
und hoffe doch, dass ich's nicht kann...
2.10.10 11:50


Gedankenscherben - die Reise beginnt.

Ich hatte einmal eine Vase aus feinstem Glas mit strahlend weißen Rankenverzierungen. Sie war schlicht geformt, zylindrisch, ohne Schnickschack. Etwas ganz besonderes: es war meine Lieblingsvase. Es bereitete mir immer Freude sie anzusehen und ich sorgte dafür, dass sie immer mit frischen Blumen gefüllt war - bis sie eines Tages herunterfiel und zerbrach.
Natürlich verwendete ich viel Mühe darauf die Scherben zu sammeln und fügte sie sorgsam wieder zusammen, die Risse blieben jedoch sichtbar und auch ein Stück aus der Mitte der Vase war nicht mehr auffindbar; ein kleines Loch blieb zurück.
So stand sie nun da, nur noch mit wenig Wasser befüllbar und irgendwie...irgendwie kaputt. Schmerzlich unschön. Bald kaufte ich ein paar Kunstblumen für meine Vase und nahm für die frischen Blumen eine andere, wenn ich auch nicht mehr ganz so oft frische Blumen kaufte. Außerdem stand die Vase nun nicht mehr auf dem Tisch, sondern weiter weg auf dem Fenstersims. So fiel es nicht mehr so sehr auf, dass sie doch eigentlich zerbrochen war.
So von weitem betrachtet wirke es beinahe als sei nichts passiert und ich konnte mir fast einbilden sie sei mit echten, duftenden Blumen befüllt und stünde mit ihrer ganzen Pracht dort. Ich ging nie näher herran, wenn mir so war.

Ich war einmal eine strahlende Optimistin, nicht sehr auffallend, aber interessant und lebensfroh. Ich konnte Menschen mit Freude anstecken und war immer für die kleinen Verrücktheiten des Lebens zu haben. Bis ich eines Tages zerbrach. Natürlich kümmerten sich viele Menschen um mich, aber niemand wollte wahrhaben, dass etwas wirklich kaputt war. Und weil niemand so genau hinsehen wollte stellte man mich abseits, warf nur ab und an noch einen Blick herüber und schenkte mir ein müdes Lächeln. Ich war nur noch eine Erinnerung und keiner sah, dass aus mir hätte etwas anderes werden können... Langsam wurde der Kleber mürbe und alles, was ich war zerfiel unauffällig auf der Fensterbank. Ich war einmal eine wunderschöne Vase.
13.6.10 14:58






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